Er war bestimmt kein Angsthase – eher schon ein Luftschiffer – hat die Gänsefüßchen erfunden und konnte in sentimentalem Weltschmerz vergehen. Er lebte zeitweise in bitterer Armut und feierte Erfolge als Bestseller-Autor. Er war passionierter Biertrinker, leidenschaftlicher Spaziergänger und gilt als der Ungelesene unter den deutschen Dichtergenies. Bereits für Schiller war er „fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist“.
Jean Paul ist der wohl bekannteste Wunsiedler, verließ die Stadt bereits mit zwei Jahren und besuchte sie später nur selten. Schreibt aber in seiner „Selberlebensbeschreibung“, er sei „gern in dir geboren, Städtchen am langen hohen Gebirge, dessen Gipfel wie Adlerhäupter zu uns niedersehen! … Ich bin gern in dir geboren, kleine, aber gute lichte Stadt!“
Vor bald 200 Jahren, am 14. November 1825, ist Jean Paul gestorben.
Kunstwettbewerb / Preisträgerinnen und Preisträger / Teilnahmebedingungen / Teilnahme



Jean Paul ist tot – ein offener Kunstwettbewerb
Wir suchen aktuelle Arbeiten, die sich mit Jean Paul auseinandersetzen, auf sein Werk Bezug nehmen oder ihn ignorieren. Aus allen Genres, in allen Formen, Medien und Materialien.
Wir bieten die Ausstellung, Realisation, Darbietung oder Aufführung der ausgewählten Arbeiten und organisieren geeignete Räume, Plätze und Orte.
Die Auswahl trifft unsere Jury in einem laufenden Verfahren. Einreichungen sind noch bis zum 200. Todestag am 14.11.2025 möglich.
Preisträgerinnen und Preisträger
Thomas Brix, „Schlussstrichwandlung“, 2x Acryl auf Leinwand

In zwei Gemälden verarbeitet der Künstler seinen Kampf um Anerkennung durch den Vater. Nach vielen Jahren erreichte Brix eine Nachricht: Der Vater liege im Sterben und wünsche ihn noch einmal zu sehen. Voller Hoffnung machte er sich auf den Weg. Und wurde um so bitterer enttäuscht: Ein weiteres Mal sprach ihm der Vater seine Verachtung aus.
Voller Verzweiflung betrat der Künstler sein Atelier und verarbeitete sämtliche schwarze Farbe auf einer großen Leinwand zum dicken, schweren Schlussstrich.
Wenige Tage darauf, der Vater war gestorben, erkannte Brix, dass seine Verzweiflung gewichen war. Er konnte seinen Frieden mit der lebenslang erfahrenen Ablehnung machen. Auf einer kleineren Leinwand, ebenfalls in schwarz, setzte er den Schlusspunkt.


Das Dyptichon „Schlussstrichwandlung“ bezieht Thomas Brix auf einen Aphorismus Jean Pauls: „Verzweiflung ist der einzige echte Atheismus.“
In der Installation in der Ruine St. Katharina tritt die Arbeit in Dialog mit der Kalligrafie „Erinnerung“ von Andrea Wunderlich und den Seligpreisungen aus der Bergpredigt, die bereits seit vielen Jahren auf Steintafeln im Kirchenschiff angebracht sind. Unter dem „Schlussstrich“ von Thomas Brix ist die fünfte Seligpreisung Jesu angebracht: „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.“
Wir vermitteln gerne den Kontakt zum Künstler, wenn Sie an weiteren Arbeiten interessiert sind. https://brix-kunst.de/
Andrea Wunderlich, „Erinnerung“, Kalligrafie, Reproduktion auf Acrylglas
Die Kalligrafie „Erinnerung“ von Andrea Wunderlich aus Goldkronach arbeitet mit einem weiteren weithin bekannten Aphorismus Jean Pauls: „Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.„


Die Arbeit wurde digitalisiert und auf eine Acrylglasplatte gedruckt. In der Ruine St. Katharina in Wunsiedel füllt sie eine erhaltene Fensteröffnung im Mauerwerk und steht im Dialog mit der Arbeit „Schlusstrichwandlung“ von Thomas Brix sowie den Seligpreisungen der Bergpredigt, die bereits vor vielen Jahren auf Steintafeln im Kirchenschiff angebracht wurden.
Wir vermitteln gerne den Kontakt zur Künstlerin, wenn Sie an einem Ankauf des Originals interessiert sind.
https://www.andreawunderlich.com/
Steffen Pokorny, „Siebenkäs“, Acryl auf Leinwand
Ein kleines Bild von einem großen Maler mit sprechendem Titel.

Ausgestellt ist das Werk „Siebenkäs“ von Steffen Pokorny in der größten und bestfrequentierten Kunstgalerie Wunsiedels, die durch diese exklusive Ausstellung – nur dieses eine Bild wird gezeigt – überhaupt erst zur Galerie wird. Unser Dank gilt Matthias Enders, dem Betreiber des E-Center Enders in Wunsiedel, für seine Offenheit und Unterstützung.


Wir vermitteln gerne den Kontakt zum Künstler, wenn Sie an einem Ankauf der Arbeit interessiert sind.
Andrea Wunderlich, „Denkweite“, Kalligrafie in zwei Farbgebungen, Reproduktion auf Bierfilz
Die Kalligrafie „Denkweite“ von Andrea Wunderlich aus Goldkronach gibt einen der berühmtesten – und knappsten – Aphorismen Jean Pauls wieder: „Sprachkürze gibt Denkweite„

Die Originale der Arbeit wurden digitalisiert und auf Bierfilze gedruckt. Sie sind ab sofort in ausgewählten Wunsiedler Wirtshäusern im Einsatz und erhältlich.
Wir vermitteln gerne den Kontakt zur Künstlerin, wenn Sie an einem Ankauf der Arbeiten interessiert sind.
https://www.andreawunderlich.com/


Teilnahmebedingungen
Das Budget des Wettbewerbs beträgt insgesamt 5.350 €. Bei jeder ausgewählten Arbeit entscheidet die Jury über das Honorar für die jeweilige Preisträgerïn und die Übernahme von Kosten. Preise werden laufend vergeben, bis das Budget aufgebraucht ist.
Die Teilnahme am Wettbewerb ist ausschließlich digital über das Formular auf dieser Seite möglich. Einreichungen auf anderem Wege werden nicht berücksichtigt. Unverlangt eingesandte Unterlagen werden nicht zurückgesandt. Ein Anspruch auf Realisation der eingereichten Beiträge besteht nicht, die Entscheidungen der Jury sind nicht anfechtbar. Die erhobenen Daten werden nur zur Durchführung des Wettbewerbs und zur Kommunikation mit den Teilnehmenden verwendet. Eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt. Vor einer Veröffentlichung von persönlichen Daten der Preisträgerïnnen werden Inhalt und Form mit ihnen abgestimmt.
Veranstalter des offenen Kunstwettbewerbs „Jean Paul ist tot“:
Bürgerforum Wunsiedel e. V., 1. Vorsitzender Stefan Frank, Brandenburggasse 1, 95632 Wunsiedel
Mitglieder der Jury: Sabine Unglaub, Svenja Faßbinder, Martin Widmair, Maximilian Bayer, Stefan Frank
Jean Paul ist tot – Teilnahme

